Jüdisches Leben in Berlin
Behind The StoryStoryBerlni · 2010




Behind The Story
Ich habe jüdische Persönlichkeiten für ein Essay in der Zeit fotografiert. Es ging um jüdisches Leben in Berlin, doch das Bild der Stadt schob sich immer wieder dazwischen.
Diese Alltäglichkeit, die man vor einigen Jahren noch erhofft hatte, existiert so nicht mehr. Seit dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 ist die Lage verunsichert. In Teilen der Stadt, etwa in Neukölln, ist es gefährlich geworden, sich öffentlich als Jude zu zeigen.
Wer überhaupt versuchen will, diesen Konflikt zwischen Juden und Palästinensern zu verstehen, findet bei Ari Shavit in „Mein gelobtes Land“ vielleicht eine Antwort – auch wenn das Ausmaß der Risse schwer begreifbar bleibt.
In Berlin verhärten sich die Fronten weiter, und die politischen Ränder verschieben die Koordinaten. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 wurde Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp stärkste Kraft, gefolgt von der CDU. Auf den Plätzen dahinter gewann die AfD deutlich hinzu. Das gesellschaftliche Klima wird rau; wo der Anti-Israel-Kurs linker Strömungen sich mit rechtsextremer Hetze überschneidet, schrumpft die politische Mitte.
Die Debatten sind kompromisslos, die Ränder bestimmen den Ton. Es ist die nüchterne Beobachtung einer Gesellschaft, die sich zwischen extremen Positionen aufreibt.


