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Jannis Chavakis

Im Takt der Hufe – Das sorbische Osterreiten

Story

Lausitz · 2020

Das sorbische Osterreiten
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Behind The Story

Die Kälte kroch mir in die Knochen. Zwei Kameras lagen schwer auf meiner Brust – mein Auftrag für die Katholische Nachrichtenagentur.

Einst ritten die sorbischen Bauern hier, um Dämonen von ihren Saaten zu vertreiben. Später machte die Kirche daraus das Bekenntnis der Auferstehung.

Aus dem Dunst tauchte die Prozession auf: Männer in schwarzen Gehrocken und Zylindern, genau wie ihre Väter vor ihnen. Der Geruch von warmem Leder, Pferdeschweiß und Staub lag in der Luft.

Bis zum Mittag brannte die Sonne gnadenlos auf das Land. Die Reiter zogen unermüdlich weiter, umrundeten dreimal jede Dorfkirche und sangen auf Sorbisch – einer Sprache, die allen Stürmen der Geschichte getrotzt hat.

Ich fing das harte Licht, den Schweiß und die tiefen Blicke ein. Kein Spektakel für Fremde, sondern ein Jahrhunderte altes Versprechen. Schließlich verhallte der Gesang langsam in der Flimmerhitze.

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